Auch dieses Jahr gibt es neben dem eigentlichen NaNoWriMo ein Sommer-Camp für alle, die schon vor der Novembergräue in Schreibstimmung sind, sich üben wollen oder schlicht Spaß am Schreiben haben. Die erste Session findet im Monat April, die zweite im Juli statt.

Mir ist es erst einmal gelungen, die 50.000 Wörter zu schreiben – November 2011 – und das auch nur Dank eines ausgeglichenen Arbeitszeit-Kontos, wundervoll tristem Wetter und ungebremster Inspiration. Die beiden Camp-Sessions hingegen … was soll ich sagen, Schreiben ist Arbeit und davon hatte ich ohnehin alle Hände voll zu tun. Außerdem ist die besagte Geschichte aus dem November immer noch unfertig; von vornherein konnte ich absehen, dass das Wortlimit nicht ausreichen würde, um alles zu erzählen, was ich erzählen wollte. Es ist eher ein Drittel dessen fertig geworden. Und seitdem liegt mir die Story ein wenig schwer im Magen; so recht weiß ich nicht, wie ich die Geschichte fortschreiben soll und ja, ich weiß nicht einmal, ob ich sie weiterschreiben will! Das wird sich bis zum November zeigen.
Nun aber zum Camp:
Neuerungen, die guten
April und Juli sind nicht jedermanns Jahreszeit, um sich zurückzuziehen und zu schreiben. Um so begrüßenswerter ist vielleicht die wohl wichtigste Änderung in den Spielregeln:
Flexible Wortzahl-Ziele! Erstmalig im April dürfen sich die Camper selbst ein beliebiges Wortzahl-Ziel zwischen 10.000 bis 999.999 (OMFG!) Wörtern setzen. Das bedeutet, dass mit dem Minimal-Ziel nur noch rund 334 Wörter pro Tag zu schreiben sind. Das ist etwa die Hälfte dieses Artikelchens!
Flexible Schreibprojekte! Es ist nicht mehr entscheidend, ob man nun ein Script abliefert oder etwas Belletristisches. Jedes Schreibprojekt ist willkommen.
Mehr Einstellungsmöglichkeiten! Die Auswahlmöglichkeiten für die „Kabinen“, also die virtuellen Mitbewohner eines Ferienhäuschens, sind wohl vielfältiger geworden. Wer vor dem 18. März seine Einstellungen feinjustiert, kann sicher sein, mit anderen introvertierten, 13.000-Worte-Sex-&-Crime-Schreibern zusammengelegt zu werden.
Neue Fanartikel und neue Spenden-Pakete!
Neuerungen, die schlechten
Mir scheint es, als wären die Anpassungen vor allem der Finanzierungssituation der Events geschuldet. Selbst wählbare Wortzahl-Ziele sind auch ein Schritt um die Einstiegshürde für die Teilnehmer zu senken. Eine Verbesserung der sozialen Funktionen war ohnehin notwendig (Wo bleibt die Facebook-Anbindung? Facebook-Widgets? Apps?).
Aber es wurden wohl auch Opfer gebracht. Script Frenzy ist nicht mehr, die Seite wurde wohl nicht einmal mehr aktualisiert.
Stattdessen wurde das Camp Nanowrimo, vormals in den Monaten Juni und August (so aktuell noch auf der Seite des Veranstalters zu lesen), auf die Monate April und Juli verschoben und übernimmt damit den ursprünglichen Script-Frenzy-Monat April.
Damit findet nun im Jahr ein Event weniger statt, wenn ich alles richtig mitbekommen habe. Mich wundert, dass das Office of Letters and Light das nicht wirklich kommuniziert und die Script-Frenzy-Seite einfach verwaisen lässt. Das ist kein guter Stil – und auch wenn die Finanzierung im letzten Jahr doch noch gerade so im Dezember aufgegangen ist, scheint sie mir angesichts der Anstrengungen neue Spenden-Anreize zu erfinden doch der ausschlaggebende Grund für die Streichung eines Events. Schade, dass ich dazu nichts offizielles gefunden habe.
Fazit
Vielleicht werde ich den April und/oder den Juli mit dem flexiblen Wortzahl-Ziel tatsächlich für ein gemächliches Warmlaufen nutzen. 15.000 Wörter sind eine gute Zahl für ein Märchen. 30.000 machen vielleicht sogar eine kleine Novelle. Wer weiß…?