modomiro

Ich habe von Porträts geträumt, wie sie Cindy Sherman anfertigt. Eine Serie namens American Portraits“, die aber nicht auf Fotopapier abgezogen, sondern auf etwa schallplattengroße Quadrate aus schwerem einfarbigen Wollstoff gedruckt waren, orange, blau, grün. Auf dem Wollstoff war ein weiterer Stoff so aufgebracht, dass das Porträt, was jeweils eher am Rand lag, wie grob freigeschnitten hervortrat. Die Näharbeit an den vielen Porträts hatte die Künstlerin über den Amazon Service Mechanical Turk“ an ältere amerikanische Hausfrauen gegeben, ich konnte einer direkt beim Arbeiten über die Schulter schauen und bewunderte die feinen, nahezu unsichtbaren Stiche, mit denen sie den oberen blau-grünen Schottenrockstoff auf den unteren orangenen Filz aufheftete.

In einem anderen Traum besuche ich in Berlin ein großes Restaurant, es ist als ob man in einen Hangar eintritt. Überall niedrige quadratische Tische an denen Menschen auf ihr Essen warten und sehr entspannt aussehen. Es riecht fantastisch. Ich sitze an einem Tisch, recht gedrängt, es ist eher ein loungieren auf niedrigen zusammengewürfelten Sesseln. Ein Schmerz leuchtet in meiner Hand auf und ich bemerke die junge Frau aus der Gruppe neben mir, wie sie mit einem Feuerzeug meinen Handrücken erhitzt, als ob sie erfahren wolle, wieviel ich aushalte. Ich ziehe die Hand fort und stehe auf, gehe in die Sommernacht auf dem hoch über der Stadt gelegenen Feld und schaue auf Berlin hinab, das tief unten glitzert und still ist.

Wie merkwürdig, wenn Träume eine Empfindung hinterlassen von Jugend und Sorglosigkeit.