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Cyc: KI mit Weltwissen erreicht Marktreife

Klingt erstmal nicht sonderlich interessant, diese kurze Meldung. Liest man aber hier weiter, ist es schon faszinierend zu erfahren, dass diese world’s largest and most complete general knowledge base and commonsense reasoning engine ein anderes KI-Paradigma verfolgt als Deep Learning und neuronale Netze. Das ähnelt ein wenig dem Streit der Linguisten (den ich noch aus dem Studium kenne), wo ein Lexikon aufhört und wo eine Enzyklopädie anfängt und wie das im Gehirn wohl organisiert sei, ob es semantische-sprachliche Informationen von dem Weltwissen getrennt behandelt oder nicht. Dabei ist das brain dictionary und Mapping neuronaler Reaktionen auf Worte natürlich nicht zwingend ein Mapping von semantischen Inhalten (Bedeutungen), sondern kann genauso gut die nachfolgende Aktivierung des Weltwissens sein, dass mit ebendiesen semantischen Inhalten korreliert. Das ist meiner Ansicht nach der Fall, da Paraphasien und Semantische Demenz die Verwendung von Wortbedeutung sehr generell stören, obwohl die dazugehörigen Hirnschädigungen lokalisierbar und nicht generell sind. Übrigens hörten die Versuchspersonen die für das Gehirn-Wörterbuch hirngescannt worden The Moth Radio Hour, a program where people share emotional personal tales“.

Youtube: A Vault of Color

Via OpenCulture: The materials collection, at the Harvard Art Museums in Cambridge, MA, houses thousands of pigments, including some of the world’s rarest. Dragon’s blood, mummy, Indian yellow: these are but a few flashy highlights from the museum’s collection.“

Irgendwie finde ich den Gedanken fast versöhnlich, dass die Menschheit nicht nur Gelumpe ist, sondern auch so viel Aufwand und Gedanken darauf verwendet hat, um Farben hervorzubringen, Farben für Kunst.

Pilger des Regenbogens

Italien ist doch Korruption, Kaffee, Katholizismus und Kommunismus. Pizza, Wein und Pasta. Amore und Berlusconi, Machismo und Mafioso. Na, und dann gibt es überall doch Dinge, die quer zu allen Vorstellungen und Klischees liegen. Wie die Feminielli, queere Pilger, die seit dem 12. Jahrhundert zur Madonna Mamma Schiavona auf den Montervergine reisen. Die Mönche haben sich (nach 800 Jahren) zähneknirschend an die Wallfahrt gewöhnt, trotzdem sichern Polizisten Bischof und heilige Messe gegen den Einfall der Anormalität. Die Schwulen, Lesben, Bis und Trans, die dürfen erst nach der Messe zur Madonna.

Werft euer iPhone weg!

Entschiedenes NEIN! von meiner Seite. Und den Harald Weizer mag ich jetzt auch nicht, rein viszeral und ohne darüber zu reflektieren. — Deswegen muss er mit seinen gar nicht so neuen und dann doch auch wieder steilen Thesen zur smarten Diktatur nicht unrecht haben.

Dennoch kommt es mir vor, als wäre Digital“ und Konsum“ hier nur dystopisch bis zum Erreichen der nächsten großen Empörungs-Schwelle gedacht. Dabei übersieht Weizer, dass es (wahrscheinlich und wieder einmal) nicht der Bote ist, der die Botschaft verantwortet, es nicht Smartphone und Digitalisierung sind, die Konsum, Ausbeutung, Entblössung und Verblödung proliferieren, sondern der sie betreibende Profitalismus (weil ich das Wort Kapitalismus“ für überfrachtet und nichtssagend halte, verwende ich es hier lieber nicht).

Aber im Artikel klingen viele interessante Gedanken an. Das Buch habe ich mir gebookmarked und kaufe es vielleicht digital, hehe.

Why So Many Smart People Aren’t Happy

Irgendwie geht es in dem Interview mit dem Autor des Buches If You’re So Smart, Why Aren’t You Happy?“ gar nicht um den Zusammenhang zwischen Witz und Geisteskraft zum Glücksempfinden, sondern viel mehr darum, wie — neben anderen Lebensführungsqualitäten — eine gewisse Geisteshaltung („mindset“) Grund für Glück sei. Glauben wir daran, dass unsere Möglichkeiten Glück zu erfahren, grundsätzlich knappen Ressourcen entstammen, dann mache uns das selbst und andere unglücklich. Scarcity vs. abundance.

Von der Lusche zum Ausdauermonster

11,4 km Schwimmen, 540 km auf dem Rad und 126,6 km Laufen — Triple-Ultra-Marathon auf Basis veganer Ernährung ist möglich, allerdings ist dann der Speiseplan nicht weniger hochgezüchtet als der Trainingsplan. Interessant, trotzdem. Dazu passt vegetarischer oder veganer Karotten-Lachs.

Vimeo: Making of Japanese handmade paper

5:39 Minuten aus einer Manufaktur des feinen, japanischen Washi-Papiers. Papier so schön, dass ich nicht darauf schreiben kann, ohne ein kleines bisschen beschämt zu sein. <3 Via OpenCulture. — Wenn man dann noch nicht genug hat, auch via OC: How Japanese Things Are Made in 309 Videos.

6600 Free Films from The Prelinger Archives

Frei nutzbare Filme — auch für Bearbeitung und Remix; ich habe entschieden zu wenig Zeit. Früher war irgendwie mehr davon.

Inside the Assassination Complex

Snowden warnt auf The Intercept vor einer permanenten Überwachung durch ein Netzwerk autonomer Drohnen.

Und zu guter Letzt etwas Fluffiges:

Queer Cartoonist Database