modomiro

Gestern Theater, ein Kammerstück auf Basis eines Romans, vier Schauspieler, zwei Männer, zwei Frauen, zwei junge, zwei ältere, mehr Erzähler als Rollen.

Theater hat für mich immer etwas nostalgisches - Nostalgie nicht im Sinne von schmerzseliger Rückerinnerung, sondern eher Vergegenwärtigung von Vergänglichkeit.

Für den Moment der Vorstellung besteht die kurze Möglichkeit für den Schauspieler, sich über die Rolle dem Publikum mitzuteilen, und diese Möglichkeit lebt jeden Abend auf und vergeht wieder. Diese Chance ist bedrohlich, sie wahrzunehmen ein Wagnis. In ihrer allabendlichen Möglichkeit und selbst in der Wiederholung ein und desselben Stückes ist diese Selbstoffenbarung immer wirklich und zugleich vergebens. Etwas, was ich dann an Schauspieler mag, wenn sie dann nicht der Vergeblichkeit nachgeben, sondern dem Vergänglichen standhalten und versuchen einen Moment zu schaffen, der nicht nur die Rolle mitteilt, sondern auch sie selbst. Bewundernswert, nostalgisch und Theater.